Die Erfinder sind noch lange nicht fertig

Das zehnjährige Jubiläum ist für Prowise erst der Anfang

01/04/2019

Prowise feiert 2019 sein zehnjähriges Bestehen. Die Gründer Michael Ahrens und Erik Neeskens erläutern, wie dieses Abenteuer entstanden ist und warum das erste Jahrzehnt erst der Anfang ist. Ein Gespräch über Innovationsdrang, chinesische Hotelzimmer und Champions League-Fußball.

Auf halber Strecke des Gesprächs fasst Michael Ahrens den Ehrgeiz noch einmal kurz zusammen. Er verwendet eine Fußballmetapher, um zu klären, wie Prowise in die Zukunft blickt. „Wir wollen die Champions League gewinnen.  Das bedeutet für uns: 100% zufriedene Kunden. Vom Amateurfußball sind wir in die 1. Liga aufgestiegen und können nun in der Champions League spielen. Um dies zu erreichen, benötigen Sie in einigen Positionen einen "Messi" und an anderen Positionen einen guten Verteidiger. Aber auch Coaching, Betreuung und das Trainingsfeld sind wichtig. In dieser Metapher machen wir mit Prowise noch wichtige Fortschritte.”

Antrieb für Innovation

Wenn die beiden Männer auf die letzten zehn Jahre zurückblicken, kommen natürlich schöne Anekdoten zum Vorschein. Das Duo arbeitet seit 2001 zusammen. Zuerst bei Paradigit und dann unter der Flagge von Stepco. Ihre Kreativität und ihre Ideen, wie die Technologie das Bildungswesen verändern sollte, entsprachen jedoch nicht immer den Plänen ihrer Arbeitgeber. Erik: “Weil wir eben so vorlaut waren, mussten wir es selbst tun."

Chinesische Hotelzimmer

Wie gesagt, so getan. BordWijs war der Vorgängername des schlussendlich gewählten Namens Prowise. Das Duo ging nach China, um nach einer Alternative zum Beamer zu suchen. Es war wichtig, dass es eine gute Qualität hat, resistent gegen alle Einflüsse, die Sie in der Schule antreffen und dazu noch bezahlbar ist.

Sie erkannten sofort, dass die Unterscheidungskraft in der Gesamtlösung lag. Also ein Touchscreen, der mit intelligenter Software und einem Liftsystem ausgestattet ist, sodass er in den verschiedensten Bereichen eingesetzt werden kann. Erik: „In diesen frühen Jahren hatten wir kaum Geld. Da lagen wir zusammen auf einem Hotelzimmer in China. Ständig aufeinander, seltsames Essen, Jetlag und chinesische Schriftzeichen. Erklären Sie dann mal anderen Menschen, wo Sie hin müssen. Das waren wirlich ziemliche Abenteuer."

Produzieren

Michael erzählt, dass er in den ersten Jahren regelmäßig für einen langen Zeitraum in China war, um den Produktionsprozess zu überwachen. Die große Herausforderung bestand darin, die Menschen dazu zu bringen, wie Prowise zu denken. „Die Chinesen wollen billig produzieren, das ist nicht unbedingt eine schlechte Einstellung. Man sollte allerdings nicht zu viel sparen wollen. Denken Sie zum Beispiel an die Fertigstellung und das Gehäuse. Sie meinen, dass ein Schlitz von einem Millimeter kein Problem ist, wir möchten aber, dass alles perfekt ist." Erik fügt hinzu: "Wenn Sie keine richtigen Vereinbarungen treffen, setzen sie eine LED-Lampe mit einer kürzeren Lebensdauer ein. Dann müssen wir als Prowise die Touchscreens erneut 2000 Kilometer transportieren, um dort die Lampen wieder ersetzen zu lassen."

Alle Ersparnisse

Dank ihres Bildungshintergrunds, ihrer Kontakte, ihrer Visionen und ihrer persönlichen Herangehensweise gewann das Duo sofort das Vertrauen vieler niederländischer Schulen. Trotzdem war die Ankunft des ersten Containers mit Touchscreens ein aufregender Moment. Alle ihre Ersparnisse befanden sich in diesem Container. Erik: „Sie kennen die Geschichten; am Schluss sind da Ziegelsteine drin. Deshalb haben wir vor Ort alle Bildschirme sorgfältig geprüft, bevor diese in den Container geladen wurden. Vom Klang bis zur Qualität des Panels. Wir haben erst bezahlt, als der Container versiegelt war." Damit war das Prinzip der Qualitätskontrolle von Prowise geboren, wenngleich es jetzt weitaus umfangreicher und professioneller ist.

Im eigenen Haus

Michael und Erik sind vom ersten Tag an von ihrer Vision überzeugt. Es stellte sich bald heraus, dass auch die Konkurrenz beeindruckt war. Denn immer mehr andere Marken-Produzenten meldeten sich bei der Fabrik, in der Prowise harte Arbeit geleistet hatte, um ein starkes Produkt hervorzubringen. Diese Entwicklung löste einen wichtigen Denkprozess aus. Michael: „Wir hatten so viele Ideen, unsere Produkte zu verbessern, aber wir wollten nicht, dass andere davon profitieren. Deshalb haben wir, wie Apple, die vollständige Entwicklung und das Design unserer Produkte zu uns in die Niederlande geholt. Wir fertigen jetzt alle Komponenten selbst an. Wir entwerfen und produzieren das Motherboard unserer Touchscreens in eigener Regie. Auf diese Weise können wir stetig Funktionalitäten hinzufügen und Qualität auf einem Niveau garantieren, das der Wettbewerb nicht erreichen kann.“

Erik weist darauf hin, dass es ein großes Plus ist, dass Prowise alle Komponenten völlig selbständig produziert. Schauen Sie sich nur die Privatsphäre und Sicherheit an. „Der Wettbewerb ist fast immer in chinesischer Hand und kann den strengen europäischen Richtlinien beispielsweise im Bereich der ISO-Zertifizierungen nicht entsprechen. Bedenken Sie einmal, was das für all die Daten der Lehrlinge bedeutet. Wir hatten noch nie einen so großen Vorsprung vor den anderen - dieser ist fast unmöglich aufzuholen.“

Die Erfinder

Um im Bildungswesen konkurrieren zu können, benötigen Sie eine gute Software, mit der Sie modernen Unterricht ermöglichen können. Was nützt dem Kind ein Touchscreen, wenn es erst mit der Software den Bildschirm mit 10 Fingern bedienen kann. So entstand die Unterrichtssoftware Prowise Presenter. Im Jahr 2019 arbeiten bei Prowise im weitesten Sinne des Wortes fast 100 Mitarbeiter an der Softwareentwicklung. Eine Investition von zehn Jahren und Millionen von Euro. Vor Kurzem wurden die Ergebnisse davon (Prowise Presenter) für jedermann kostenlos zur Verfügung gestellt. „Unsere Erfinder“, sagt Erik mit einem Augenzwinkern, als er über die Entwicklungsabteilung von Prowise spricht. Er verweist dabei auf seine Kollegen, die dafür sorgen, dass clevere Ideen in konkrete Produkte umgesetzt werden, die direkt im Unterricht eingesetzt werden können. „Mit jeder neuen Technologie sorgen wir für einen weiteren Mehrwert im Bildungswesen. Das ist nur möglich, wenn Sie selbst Hard- und Software herstellen."

Mit Spaß und Leidenschaft an der Sache

Auch zehn Jahre später und viele, viele Flugstunden weiter strahlen die beiden Männer sichtlich Freude aus, wenn sie über ihre Leidenschaft sprechen: Prowise. Sie genießen ihre Arbeit in vollen Zügen. Man hört deutlich heraus, dass Sie die Einstellung besitzen, dass Erfolg nur mit Spaß an der Arbeit funktioniert. Und diese Denkweise spiegelt sich im gesamten Unternehmen wider. Erik: „Dies ist ein Abenteuer für sehr viele Menschen. Gemeinsam teilen wir gute und schlechte Momente. Arbeitsatmosphäre und Arbeitsbedingungen tragen hier zu einem guten Ergebnis bei." Zurück zur Fußballmetapher: "Sie können die Champions League nur gewinnen, wenn Ihre besten Spieler motiviert sind und gut miteinander spielen."

In der Fabrik bei Google

In allen Ländern, in denen Prowise tätig ist, möchten sie dafür sorgen, dass die Kunden, die Ihre Prowise Lösungen verwenden, rundum zufrieden sind. Von Amerika nach Australien und von Deutschland nach Großbritannien. Erik: „Unsere Mission ist es, Klassenzimmer zu digitalisieren. Von A bis Z. Von der Infrastruktur bis zur adaptiven Software, die es den Schülern ermöglicht, besser zu lernen." Um diesem Anspruch noch mehr Kraft zu verleihen, unterhält Prowise Partnerschaften mit internationalen Supermächten wie Google, Microsoft, LG und Intel. Michael: „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir bei Google den höchsten Partnerstatus haben. Als einer der wenigen dürfen wir unsere Chromebooks direkt in ihren Fabriken produzieren. Darüber hinaus haben wir den Goldstatus bei Microsoft und sind Intel Technology Partner. Und das für ein Unternehmen aus Budel. Ich habe regelmäßig das Gefühl, dass unsere mehr als 200 Kollegen mindestens 600 zählen.”

Die Erfinder sind noch lange nicht fertig
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